Diese Woche hatte ein klares Muster. Die Modelle werden besser und günstiger für Profis. Wer nichts bezahlt, bekommt dagegen weniger. Das ist keine Verschwörung, sondern Betriebswirtschaft. Für Büroteams in kleinen und mittleren Unternehmen heißt das: Es lohnt sich, einmal genau hinzuschauen, welche KI Sie eigentlich nutzen und zu welchen Bedingungen.
Anthropic bringt Claude Sonnet 5.5
Anthropic hat am 28. September Claude Sonnet 5.5 vorgestellt. Laut Anthropic ist das Modell rund 30 Prozent schneller und bis zu 30 Prozent günstiger als der Vorgänger. Besonders hervorgehoben werden Dokumente, Folien und Tabellen. In einem Test sei ein Quartalsbericht als Foliensatz ohne Nacharbeit versandfertig gewesen.
Was heißt das für Sie? Sonnet ist das Arbeitspferd bei Claude, also das Modell, mit dem die meisten im Alltag arbeiten. Bessere Ergebnisse bei Excel und PowerPoint sind für Büroteams relevanter als jeder Rekord in Programmier-Benchmarks. Den Satz mit dem versandfertigen Foliensatz würde ich trotzdem als Werbung lesen. Prüfen Sie Zahlen und Aussagen weiterhin selbst, bevor etwas an Kunden geht.
Quelle: Anthropic – Introducing Claude Sonnet 5.5
OpenAI: GPT-6.1 Sol und Dauer-Agenten namens dots
OpenAI hat Ende September gleich zweimal nachgelegt. GPT-6.1 Sol soll laut OpenAI fast die Leistung des Spitzenmodells bringen, zu einem Bruchteil des Preises. Es ist für zahlende Nutzer ab Plus sowie für Business- und Enterprise-Kunden verfügbar. Dazu kommen „dots“: Agenten, die laut OpenAI rund um die Uhr Aufgaben erledigen, sich über tausende Apps verbinden und sich Vorlieben merken. dots gibt es zunächst nur für Pro- und bestimmte Business-Kunden in ausgewählten Märkten.
Was heißt das für Sie? Das bessere Modell für Dokumente und PDFs ist sofort nützlich, wenn Sie ohnehin einen Business-Tarif haben. Bei den dots-Agenten würde ich entspannt bleiben. Ein Assistent, der rund um die Uhr Zugriff auf Ihre Apps hat, braucht vorher klare Regeln: Was darf er lesen, was darf er verschicken, wer kontrolliert ihn? Das klären Sie besser vor dem ersten Einsatz als danach.
Quelle: OpenAI – Introducing GPT-6.1 Sol und OpenAI – Introducing dots
Gemini: Gratis gibt es bald nur noch die kleine Variante
Google stellt den Zugang zu Gemini um. Ab dem 9. Oktober bekommen kostenlose Nutzer nach Berichten nur noch das kleinste Modell, Flash-Lite. Das Flash-Modell gibt es ab dem Tarif AI Plus für 4,99 Euro im Monat. Das stärkere Pro-Modell erst ab AI Pro für 21,99 Euro.
Was heißt das für Sie? Wenn in Ihrem Team jemand mit einem privaten Gratis-Konto bei Gemini arbeitet, werden die Ergebnisse ab Freitag spürbar schwächer. Das ist ein guter Anlass für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Gratis-Konten waren für Firmendaten ohnehin nie die beste Idee. Wer Gemini ernsthaft im Büro nutzen will, sollte über einen Firmenzugang mit klaren Datenschutzbedingungen nachdenken.
Quelle: all-ai.de – Google Gemini: Nur noch ein Modell für Gratis-Nutzer
Mistral eröffnet einen Standort in München
Der französische KI-Anbieter Mistral hat am 28. September einen Forschungs- und Entwicklungsstandort in München angekündigt. Schwerpunkte sind Industrie-KI und die Betreuung von Unternehmenskunden. Mistral betont dabei europäisches Recht und die Möglichkeit, Modelle direkt beim Kunden zu betreiben, sodass die Daten im Haus bleiben.
Was heißt das für Sie? Für die meisten Büroteams ändert sich morgen nichts. Mittelfristig wird die Auswahl an europäischen Alternativen aber größer, und das ist gut für Ihre Verhandlungsposition. Wenn Datenschutz bei Ihnen das Hauptargument gegen KI ist, lohnt sich ein Blick auf Mistral und den Assistenten Le Chat. Die Partner BMW und Siemens Energy zeigen allerdings: Der Fokus liegt eher auf der Industrie als auf dem Kleinbetrieb.
Quelle: Mistral AI – Hallo, Deutschland!
EU-Umfrage: Drei von vier Beschäftigten erleben Cyberangriffe
Die EU-Kommission hat am 30. September eine Eurobarometer-Umfrage zum Europäischen Monat der Cybersicherheit veröffentlicht. Drei von vier Beschäftigten in der EU sind bei der Arbeit auf verdächtige E-Mails, Nachrichten oder Links gestoßen. 15 Prozent haben bereits KI-gestützte Betrugsversuche erlebt. Nur 48 Prozent trauen sich zu, einen KI-Deepfake zu erkennen.
Was heißt das für Sie? Die gute Nachricht: Die meisten Angriffe sind weiterhin schlichtes Phishing, und dagegen helfen schlichte Regeln. Die schlechte: KI macht gefälschte Mails und Anrufe glaubwürdiger. Eine Rückruf-Regel für Zahlungsanweisungen und Kontoänderungen ist deshalb wertvoller als jedes neue Sicherheitstool. Und sie kostet nichts.
Quelle: EU-Kommission – Three in four EU employees faced cyber threats at work, new Eurobarometer finds
Mein Tipp der Woche
Wenn sich Tarife und Modelle ändern, ist das der beste Moment für eine kleine KI-Inventur im Team. Sie brauchen dafür 30 Minuten und drei Fragen:
- Welche KI-Tools nutzen wir? Auch die privaten auf dem Handy. Sammeln, nicht bewerten.
- Über welches Konto? Firmenzugang mit Business-Tarif oder privates Gratis-Konto?
- Welche Daten landen darin? Allgemeine Texte, Kundendaten, Angebote oder Personaldaten?
Das Ergebnis passt auf eine Seite und zeigt meist schnell, wo Sie nachbessern sollten und wo KI Ihrem Team schon heute Zeit spart.
Und in Ihrem Team? Wie gut Ihr Büro auf KI vorbereitet ist, zeigt der kostenlose KI-Check in wenigen Minuten. Passend zum Tipp dieser Woche: Im Workshop KI-Inventar & Risikoeinstufung machen wir die Inventur gemeinsam und ordnen alles nach dem EU AI Act ein. Oder buchen Sie direkt ein kostenloses 20-Minuten-Gespräch.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und entworfen und von Peter Sanne geprüft und bearbeitet.
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