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Peter Sanne KI-Trainings für den Büroalltag
Blog

KI-Wochenrückblick KW 42/2026: Mehr Tempo, unsichtbare Spuren

12. Oktober 2026

Mehr Tempo, unsichtbare Spuren

Diese Woche ging es um Tempo und um Spuren. Die KI-Assistenten werden schneller, bunter und lernen Ihre Arbeitsabläufe. Gleichzeitig hinterlassen sie Spuren, die man nicht sieht. Beides verdient einen ruhigen Blick, bevor man begeistert oder besorgt reagiert.

ChatGPT bekommt GPT-6 und eine Oberfläche, die mitdenkt

Am 7. Oktober hat OpenAI GPT-6 in ChatGPT ausgerollt. Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Konten erhalten GPT-6 Sol. Seit dem 8. Oktober bekommen auch Free- und Go-Nutzer die kleinere Variante GPT-6 Luna. Neu ist die sogenannte Intelligent UI: ChatGPT antwortet nicht mehr nur mit Text, sondern mit Diagrammen, Buttons, Formularen und kleinen Werkzeugen wie Rechnern direkt im Chat. Laut OpenAI beginnt GPT-6 bei Fragen mit Websuche im Schnitt 44 Prozent schneller zu antworten als das Vorgängermodell. In Enterprise-Umgebungen entscheiden die Admins, wann es freigeschaltet wird.

Was heißt das für Sie? Für Büroteams ist die neue Oberfläche spannender als das Modell. Eine Vergleichstabelle zum Anklicken oder ein schnell gebauter Kostenrechner sparen echte Zeit. Aber ein hübsches Diagramm ist nicht automatisch ein richtiges Diagramm. Je professioneller etwas aussieht, desto eher glaubt man ihm. Prüfen Sie Zahlen weiterhin an der Quelle. Und wenn Ihr Team Business-Konten nutzt: Besprechen Sie kurz, wofür die neuen Werkzeuge eingesetzt werden dürfen.

Quelle: OpenAI – GPT-6 and Intelligent UI for everyone

Copilot in PowerPoint lernt Ihre eigenen Abläufe

Microsoft hat am 6. Oktober in den Release Notes zu Microsoft 365 Copilot zwei Neuerungen für PowerPoint veröffentlicht. Unter Windows können Nutzer eigene „Skills“ anlegen, also wiederkehrende Befehle und Arbeitsabläufe für ihre Präsentationen. Laut Microsoft bleibt das innerhalb der Sicherheits- und Compliance-Regeln von Microsoft 365. Auf dem Mac erkennt Copilot jetzt Dateien in SharePoint und OneDrive, wenn man sie im Prompt beim Namen nennt. Hochladen oder Anhängen entfällt.

Was heißt das für Sie? Das ist die unspektakulärste Meldung der Woche und vermutlich die nützlichste. Wer jeden Monat dieselbe Vertriebspräsentation baut, kann den Ablauf einmal festlegen, statt ihn jedes Mal neu zu erklären. Voraussetzung ist Ordnung. Copilot findet die Datei „Angebot_final_v3_NEU“ nur, wenn Sie selbst noch wissen, welche gemeint ist. Saubere Dateinamen werden plötzlich zum Produktivitätsfaktor. Das hätte man Ihnen auch ohne KI sagen können.

Quelle: Microsoft Learn – Release notes for Microsoft 365 Copilot

Claude Haiku 5.5: klein, schnell, günstig

Anthropic hat am 7. Oktober Claude Haiku 5.5 vorgestellt. Es ist das kleinste und schnellste Modell der aktuellen Claude-Familie und über die Claude-Plattform sowie über AWS, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar. Laut Anthropic ist es im Schnitt rund 75 Prozent günstiger als der Vorgänger Haiku 4.5. Gedacht ist es für Routineaufgaben in großer Menge, etwa Zusammenfassungen oder das Sortieren von Anfragen. Für komplexe Aufgaben empfiehlt Anthropic selbst die größeren Modelle.

Was heißt das für Sie? Direkt bedienen werden Sie Haiku 5.5 eher selten. Solche kleinen Modelle stecken aber zunehmend in Werkzeugen, die Ihr Postfach sortieren, Tickets zuordnen oder Formulare auslesen. Wenn Ihr Softwareanbieter demnächst „KI inklusive“ verspricht, arbeitet dahinter oft so ein Modell. Das ist kein Nachteil. Für Routine braucht man keinen Universalgelehrten. Fragen Sie aber nach, welches Modell genutzt wird und wo Ihre Daten verarbeitet werden.

Quelle: Anthropic – Introducing Claude Haiku 5.5

Unsichtbares Wasserzeichen für KI-Texte in der EU

OpenAI hat am 5. Oktober erklärt, wie es die Vorgaben des EU AI Act zur Kennzeichnung KI-generierter Texte umsetzt. Texte aus ChatGPT und Codex bekommen in der EU in den kommenden Wochen ein unsichtbares Wasserzeichen. Es steckt als statistisches Muster in der Wortwahl. Ein Prüfwerkzeug erhalten zunächst nur ausgewählte Forschende und Fachorganisationen. OpenAI räumt selbst ein, dass die Erkennung bei kurzen oder umformulierten Texten unzuverlässig ist.

Was heißt das für Sie? Sie sehen nichts, Ihre Kunden auch nicht. Aufregung ist also unnötig. Trotzdem ist das ein guter Anlass, im Team zu klären, wann Sie KI-Unterstützung offenlegen. Ein Wasserzeichen sagt nichts darüber, ob ein Text stimmt oder wer ihn geprüft hat. Diese Verantwortung bleibt bei Ihnen. Und falls Ihnen jemand ein Tool verkauft, das KI-Texte „sicher erkennt“: Laut OpenAI selbst geht das nicht zuverlässig.

Quelle: OpenAI – Our approach to EU text provenance rules

Mein Tipp der Woche

Die neuen Skills in PowerPoint zeigen die Richtung: Gute KI-Arbeit beginnt mit einer guten Vorlage. Das funktioniert auch ohne neue Funktion, in jedem Assistenten. Bauen Sie für eine Aufgabe, die jede Woche wiederkehrt, eine feste Anweisung:

  • Aufgabe und Ziel einmal sauber beschreiben: Was soll herauskommen, für wen und in welchem Umfang?
  • Rahmen festlegen: Tonfall, Gliederung, feste Quellen oder Dateinamen und was ausdrücklich nicht hinein soll.
  • Testen und teilen: Dreimal ausprobieren, nachschärfen und dann im Team an einem festen Ort ablegen.

Zehn Minuten Vorbereitung ersparen Ihnen ab der dritten Woche jedes Mal die Erklärerei.

Und in Ihrem Team? Wie gut Ihr Büro auf KI vorbereitet ist, zeigt der kostenlose KI-Check in wenigen Minuten. Passend zum Tipp dieser Woche: Im Training Eigene KI-Assistenten baut Ihr Team solche Vorlagen gemeinsam. Oder buchen Sie direkt ein kostenloses 20-Minuten-Gespräch.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und entworfen und von Peter Sanne geprüft und bearbeitet.

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