
Diese Woche wurde KI wieder ein Stück bequemer. Folien entstehen im Chat, die Sprachausgabe klingt endlich nach Deutschland. Zugleich hat sich herausgestellt, dass bei manchen Chats mehr Leute mitlesen, als man denkt. Komfort und Kontrolle gehören zusammen. Wer nur das eine im Blick hat, bekommt das andere später als Überraschung.
ChatGPT baut jetzt Präsentationen im Team
OpenAI hat am 16. Oktober in den Release Notes „ChatGPT Slides“ angekündigt. Damit lassen sich Präsentationen direkt in ChatGPT erstellen, aus einem Chat, aus Dateien oder aus einer Gliederung. Die Folien können im Team gemeinsam bearbeitet, präsentiert und exportiert werden. Die Funktion wird schrittweise für berechtigte Pro-, Business- und Enterprise-Konten mit Zugang zu den gemeinsamen Arbeitsbereichen („Spaces“) ausgerollt.
Was heißt das für Sie? Letzte Woche lernte Copilot in PowerPoint eigene Abläufe, diese Woche zieht ChatGPT nach. Die Präsentation wandert also dorthin, wo ohnehin schon gedacht wird. Für einen schnellen ersten Entwurf ist das praktisch. Klären Sie aber, wo die Folien am Ende liegen sollen. Wenn die eine Hälfte im Team in PowerPoint arbeitet und die andere in ChatGPT, suchen Sie die aktuelle Version bald wieder per Rundmail. Und ein schickes Layout ersetzt keine Aussage. Die muss weiterhin von Ihnen kommen.
Quelle: OpenAI – ChatGPT Release Notes
ChatGPT Voice spricht jetzt mit deutschen Stimmen
Seit dem 15. Oktober führt OpenAI in ChatGPT Voice die Sprachmodelle GPT-Live-1.1 und die kleinere Variante GPT-Live-1.1 Quip ein. Dazu kommen neue Stimmen für mehrere Sprachen, darunter Deutsch, Französisch und Japanisch. Laut OpenAI sollen Akzente natürlicher klingen. Die Stimme wählen Sie in den Einstellungen unter „Voice“. Der Rollout erfolgt schrittweise.
Was heißt das für Sie? Bisher klang deutsches ChatGPT oft wie ein amerikanischer Austauschschüler mit sehr gutem Vokabular. Das ändert sich jetzt. Für Büroteams ist Sprache vor allem für Vorbereitung interessant: ein Gespräch durchspielen, eine Präsentation laut üben, Gedanken auf dem Weg zum Termin sortieren. Wichtig bleibt: Was Sie laut sagen, ist genauso ein Prompt wie ein getippter Text. Vertrauliches gehört auch mündlich nicht hinein.
Quelle: OpenAI – ChatGPT Release Notes
Studie: Viele Chatbots geben Gesprächsdaten an Tracker weiter
Forschende des IMDEA Networks Institute in Spanien haben die Web- und App-Versionen von neun bekannten KI-Chatbots untersucht. Laut der Studie geben sechs davon gesprächsbezogene Daten an externe Werbe-, Tracking- oder Analysedienste weiter. Je nach Anbieter sind das automatisch erzeugte Chat-Titel, eindeutige Chat-Kennungen oder Links. Genannt werden unter anderem ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Mistral und Perplexity. Auch nach dem Ablehnen nicht notwendiger Cookies blieben viele Tracker aktiv. Die Forschenden haben die Anbieter und europäische Datenschutzbehörden nach eigenen Angaben vorab informiert. netzpolitik.org berichtete am 13. Oktober darüber.
Was heißt das für Sie? Kein Grund, den Laptop zuzuklappen. Aber ein Chat-Titel wie „Abmahnung Herr Schulze“ ist eben auch eine Information. Er entsteht meist aus Ihrer ersten Nachricht. Wer im Büro mit privaten Gratis-Konten arbeitet, hat dabei am wenigsten Kontrolle. Das ist ein guter Anlass, die Grundregeln im Team einmal festzuhalten: welche Konten dienstlich genutzt werden, was nie in einen Prompt gehört und wer die Einstellungen prüft. Genau darum geht es im Tipp der Woche.
Quelle: IMDEA Networks – Prompt like a Butterfly, Sting like a Tracker
EU: KI-Nutzung in Unternehmen hat sich mehr als verdoppelt
Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC) hat am 14. Oktober eine Auswertung zur KI-Nutzung in europäischen Unternehmen veröffentlicht. Grundlage sind Eurostat-Daten. In der gesamten EU-Wirtschaft stieg der Anteil der Unternehmen, die KI nutzen, von 8 Prozent im Jahr 2021 auf 20 Prozent im Jahr 2025. Treiber sind vor allem leicht zugängliche Sprachmodelle für Texte und Audio, etwa in Marketing und Vertrieb. Als größtes Hindernis nennt die Studie fehlendes Fachwissen. Dazu kommen Unsicherheiten bei Regeln wie dem Datenschutz.
Was heißt das für Sie? Ein Fünftel klingt nach wenig, ist aber eine Verdopplung in vier Jahren. Spannender ist die Bremse: Es fehlt nicht an Technik, sondern an Wissen. Das ist die gute Nachricht für kleine Unternehmen. Wissen lässt sich aufbauen, ohne dass man ein Rechenzentrum kaufen muss. Und wer seine Leute schult, beantwortet nebenbei auch die Datenschutzfragen, die laut Studie viele zögern lassen.
Quelle: EU-Kommission, JRC – AI adoption more than doubles in almost every EU strategic sector
Mein Tipp der Woche
Die Tracker-Studie zeigt: Datenschutz im KI-Alltag beginnt nicht erst beim Vertrag mit dem Anbieter, sondern bei der ersten Zeile im Chat. Drei Handgriffe machen Ihre Chats sofort diskreter:
- Neutral formulieren: Schreiben Sie „Mitarbeiter A“ statt des echten Namens und „Kunde X“ statt der Firma. Was nicht im Prompt steht, landet auch nicht im Chat-Titel.
- Cookies und Einstellungen prüfen: Lehnen Sie nicht notwendige Cookies ab und schauen Sie einmal in die Datenschutz-Einstellungen Ihres Assistenten, etwa zum Verlauf und zum Training mit Ihren Daten.
- Dienstliche Konten nutzen: Business- und Enterprise-Versionen bieten in der Regel mehr Kontrolle als private Gratis-Konten. Für Firmendaten sollten sie der Standard sein.
Gehen Sie diese drei Punkte am besten einmal gemeinsam im Team durch. Danach weiß jeder, was gilt.
Und in Ihrem Team? Wie gut Ihr Büro auf KI vorbereitet ist, zeigt der kostenlose KI-Check in wenigen Minuten. Passend zum Tipp dieser Woche: In der Schulung Datenschutz & KI im Büro klären wir gemeinsam, welche Daten in welches KI-Werkzeug dürfen. Oder buchen Sie direkt ein kostenloses 20-Minuten-Gespräch.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und entworfen und von Peter Sanne geprüft und bearbeitet.
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